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Emittent / Herausgeber: ANSCHÜTZ + Company
/ Schlagwort(e): Monatszahlen/Sonstiges
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Iran-Krieg, Rheinpegel und Sommerferien treiben die Kraftstoffpreise im Juli wieder über 2-Euro-Marke
Nürnberg, 3. August 2026. Der Abwärtstrend an den Zapfsäulen ist vorerst gestoppt. Nach zwei Monaten sinkender Preise für Super E10 und Diesel haben diese im Juli wieder stark angezogen – und die 2-Euro-Marke deutlich übersprungen. Das geht aus aktuellen Berechnungen des Verbraucherinformationsdienstes Clever Tanken hervor. Demnach kostete ein Liter Super E10 im Juli im bundesweiten Monatsdurchschnitt 2,0817 Euro. Damit verteuerte sich der Kraftstoff gegenüber Juni (1,8512 Euro) um rund 23 Cent. Noch stärker fiel das Plus bei Diesel aus. Der bundesweite Durchschnittspreis lag im Juli bei 2,0795 Euro je Liter und damit rund 28 Cent über dem Vormonatswert (1,7966 Euro). Vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 kosteten Autofahrerinnen und Autofahrer im Juli durchschnittlich rund 499,61 Euro. Das entsprach einem Plus von etwa 55,32 Euro gegenüber dem Juni. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres mussten Autofahrende für dieselbe Kraftstoffmenge sogar rund 99,17 Euro mehr bezahlen. Für vier Tankfüllungen à 60 Liter Diesel fielen im Juli im Durchschnitt rund 499,08 Euro an. Das waren etwa 67,90 Euro mehr als im Juni. Gegenüber Juli 2025 stiegen die Ausgaben um rund 112,22 Euro.
Iran-Krieg, Tankrabatt-Aus, Tankpreisbremse, Rheinpegel und Sommerferien:
Anfang Juli schienen die Rahmenbedingungen für sinkende Kraftstoffpreise noch günstig. Nachdem sich die Lage im Nahen Osten entspannt hatte, war der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent auf rund 70 US-Dollar gefallen – der niedrigste Stand seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar. Zum Vergleich: Zeitweise hatte der Brent-Preis im Zuge des Konflikts im Tagesdurchschnitt noch Spitzen von rund 114 US-Dollar je Barrel erreicht. „An den Zapfsäulen kam von dem Rückgang der Rohölpreise Anfang Juli jedoch kaum etwas an. Ein wesentlicher Grund dafür war, dass der auf Mai und Juni befristete Tankrabatt der Bundesregierung wie vorgesehen Ende Juni auslief. Damit fiel die staatliche Entlastung von rund 17 Cent je Liter Kraftstoff ab dem 1. Juli weg“, erläutert Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken. Darüber hinaus begrenzt die seit April geltende Tankpreisbremse den Preiswettbewerb zwischen den Tankstellen in Deutschland und hält die durchschnittlichen Kraftstoffpreise auf einem höheren Niveau. Zusätzlichen Kostendruck verursacht das extreme Niedrigwasser auf dem Rhein. Denn auf besonders flachen Abschnitten können Tankschiffe derzeit teilweise nur noch rund 20 Prozent ihrer üblichen Ladung aufnehmen. Um die gleiche Kraftstoffmenge wie zuvor zu transportieren, sind deshalb deutlich mehr Schiffe und Fahrten erforderlich. Das erhöht die Transportkosten erheblich. Zu den deutschlandspezifischen Einflussfaktoren summierten sich im weiteren Monatsverlauf erneut geopolitische Risiken. Zwar versuchte die OPEC+, den Markt mit einer Ausweitung ihrer Fördermenge um 188.000 Barrel pro Tag ab August zu beruhigen. Dieser Schritt verpuffte jedoch weitgehend. Denn nur kurze Zeit später eskalierte der Konflikt zwischen den USA und dem Iran erneut. Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus, neue militärische Auseinandersetzungen und die Sorge vor möglichen Versorgungsengpässen ließen die Risikoprämien am Ölmarkt wieder kräftig steigen. Der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl kletterte daraufhin bis auf rund 100 US-Dollar. Erst gegen Monatsende gaben die Notierungen wieder etwas nach, da Hoffnungen auf neue Verhandlungen zwischen Washington und Teheran aufkamen.
Trotz Steuerdifferenz von rund 20 Cent:
Die Benzin-Diesel-Schere hat sich im Juli nahezu vollständig geschlossen. Während Super E10 im Juni noch durchschnittlich 5,46 Cent je Liter mehr kostete als Diesel, betrug der Preisunterschied im Juli nur noch 0,22 Cent. Damit schrumpfte der Preisabstand zwischen den beiden Kraftstoffsorten um 5,24 Cent je Liter. Der steuerliche Preisvorteil von Diesel ist damit praktisch aufgezehrt. Obwohl die Energiesteuer auf Diesel derzeit 18,41 Cent je Liter unter der von Benzin liegt, spiegelte sich dieser Vorteil im Juli an den Zapfsäulen kaum noch wider.
Die günstigsten und teuersten Tanktage im Juli
Der günstigste Tanktag für beide Kraftstoffsorten war im vergangenen Monat Samstag, der 4. Juli. An diesem Tag kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt rund 1,9990 Euro und ein Liter Diesel rund 1,9280 Euro. Dasselbe Preisniveau hielt Diesel auch am 5. und 6. Juli. Die höchsten Durchschnittspreise wurden gegen Monatsende erreicht. Für Super E10 mussten Autofahrerinnen und Autofahrer am Donnerstag, dem 23. Juli, mit rund 2,1480 Euro je Liter am meisten zahlen. Diesel erreichte am Freitag, dem 31. Juli, seinen Monatshöchstwert von durchschnittlich 2,2070 Euro pro Liter.
Städteranking im Juli:
Die günstigste Super-E10-Tankstadt unter den 20 größten deutschen Städten war im Juli Stuttgart mit einem durchschnittlichen Literpreis von 2,0437 Euro. München (2,0481 Euro) und Nürnberg (2,0550 Euro) folgten im bundesweiten Preisvergleich von Clever Tanken auf den Plätzen zwei und drei. Die teuerste Super-E10-Tankstadt war, wie bereits im Juni, Dresden mit rund 2,1188 Euro pro Liter, gefolgt von Leipzig (2,1168 Euro) und Frankfurt am Main (2,1019 Euro). Vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 kosteten in Dresden somit durchschnittlich 508,51 Euro. Das waren etwa 18,02 Euro mehr als in Stuttgart. Nachdem Nürnberg in den beiden Vormonaten bereits jeweils Rang drei in der Kategorie der günstigsten Diesel-Tankstädte belegt hatte, übernahm die Frankenmetropole im Juli mit einem durchschnittlichen Literpreis von 2,0566 Euro die Spitzenposition. Die Plätze zwei und drei sicherten sich Stuttgart (2,0589 Euro) und Leipzig (2,0609 Euro). Dresden stand wiederholt auch an der Spitze der teuersten Diesel-Tankstädte. Autofahrende zahlten hier durchschnittlich 2,1225 Euro je Liter. Damit gehört die Stadt inzwischen seit sieben Monaten in Folge zu den drei teuersten Dieselstandorten Deutschlands. Auf den Plätzen zwei und drei reihten sich Wuppertal (2,1076 Euro) und Frankfurt am Main (2,1059 Euro) ein.
Ausblick für August:
Für den August sieht Steffen Bock bislang nur wenige Anzeichen für eine spürbare Entspannung an den Zapfsäulen. Zwar hat das Ölkartell OPEC+ am gestrigen Sonntag bereits zum sechsten Mal in Folge eine Anhebung seiner Förderquote beschlossen. Ab September soll die tägliche Fördermenge um weitere rund 188.000 Barrel steigen. Ob dadurch tatsächlich zusätzliches Rohöl auf den Weltmarkt gelangt, ist jedoch offen. Denn höhere Förderquoten bedeuten nicht automatisch höhere Fördermengen. Einige der größten Produzenten, darunter Saudi-Arabien, schöpften ihre bisherigen Quoten zuletzt nicht vollständig aus. Ein wesentlicher Grund dafür sind die anhaltenden Einschränkungen beim Transport durch die Straße von Hormus. Wie sich die Kraftstoffpreise in den kommenden Wochen entwickeln, hängt daher vor allem von der Lage im Nahen Osten ab. „Solange der Konflikt zwischen den USA und dem Iran jederzeit erneut eskalieren kann und die Lage rund um die Straße von Hormus fragil bleibt, dürfte die geopolitische Risikoprämie auf dem Ölmarkt hoch bleiben“, erklärt Bock. Darüber hinaus sprechen speziell auf dem deutschen Kraftstoffmarkt mehrere Faktoren gegen kurzfristige Preisrückgänge. Steffen Bock: „In der ersten Augustwoche befinden sich alle 16 Bundesländer gleichzeitig in den Sommerferien. Entsprechend hoch dürfte die Nachfrage nach Benzin und Diesel ausfallen. Gleichzeitig verteuert der historisch niedrige Rheinpegel den Transport von Mineralölprodukten weiterhin erheblich.“ Entlastung durch den Staat ist dagegen nicht zu erwarten. Sowohl Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) als auch der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) haben Ende Juli deutlich gemacht, dass trotz der zuletzt kräftig gestiegenen Rohöl- und Kraftstoffpreise eine Neuauflage des Tankrabatts nicht geplant ist. Für Pendler, Urlauber und viele Unternehmen dürfte das Tanken daher auch in den kommenden Wochen teuer bleiben.
Spartipps Steffen Bock rät Autofahrerinnen und Autofahrern, die Kraftstoffpreise vor jeder Tankfüllung per App, Navigationssystem oder online zu vergleichen. Seit Einführung der Tankpreisbremse zahlt sich zudem der richtige Zeitpunkt noch stärker aus. Wer möglichst kurz vor der täglichen Preisanhebung um 12 Uhr tankt, kann in der Regel am meisten sparen. Für Urlaubsfahrten empfiehlt Bock außerdem, Autobahntankstellen möglichst zu meiden. Abseits der Autobahn sind Benzin und Diesel aufgrund des stärkeren Wettbewerbs häufig deutlich günstiger.
Über Clever Tanken Als weltweit erstes Unternehmen informierte die infoRoad GmbH bereits im Jahr 1999 mit ihrem Internetportal www.clever-tanken.de Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland über die günstigsten Kraftstoffpreise in der jeweiligen Umgebung. Seit 2013 ist Clever Tanken einer der ersten zugelassenen Verbraucherinformationsdienste bei der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K). Unterstützt durch Recherchen des eigenen Teams werden damit täglich die Preise nahezu aller Tankstellen in Deutschland aktualisiert. Seit 2018 ergänzt der App-Bereich Clever Laden das Angebot um Services rund um das Laden von E-Fahrzeugen. Nach einem Update im Juli 2025 lassen hier erstmals in Deutschland auch die Preise für spontane Ad-hoc-Ladevorgänge abrufen und melden. In Deutschland ist Clever Tanken Marktführer unter den Verbraucherinformationsdiensten zum Thema Spritpreise. Die gleichnamige Website wird monatlich circa acht Millionen Mal aufgerufen, die App circa 27 Millionen Mal. (Durchschnittswerte der vergangenen 12 Monate; Quellen: Google Analytics und Google Firebase / Stand: Juli 2026). Nicht nur Verbraucherinnen und Verbraucher nutzen die Services von Clever Tanken. Auch Unternehmen wie HERE und Garmin greifen auf die Datenbank zurück und integrieren die aktuellen Kraftstoffpreise in ihre Dienste. Darüber hinaus verwenden zahlreiche Print-, Online- und Rundfunkmedien die Daten, um über günstige Tankmöglichkeiten in der jeweiligen Region zu informieren.
Städteranking der Spritkosten für Juli 2026. © infoRoad GmbH / Clever Tanken
Städteranking mit Durchschnittskosten für Diesel und Super E10 im Juli 2026. © infoRoad GmbH / Clever Tanken
Veröffentlichung einer Mitteilung, übermittelt durch EQS Group. |